Fadenalgen, schon wieder

  • irre wie unterschiedlich die Wahrnehmungen sind.

    ich wäre froh, wenn meine Fadenalgen so zurückhaltend wachsen würden wie bei peter9999 :)

    Oder wenn einer 3kg Algenmasse rausholt. Wenn ich mal ein paar Wochen untätig war, hole ich zwei Maurerkübel (so ca. 30kg) aus meinem Teich :)


    Wobei, vielleicht bin ich jetzt ja auf dem Weg der Besserung. Diesen Herbst kann ich zum ersten Mal seit über 2 Jahren den Kies meines Flachwasserbereiches wieder sehen - war bisher immer von (Faden-)Algen zugewachsen, die sich auch mit dem Mulmtrichter nicht absaugen ließen.


    Was ich dieses Jahr anders gemacht habe:

    - großes Netz Eisenhydroxid Granulat in den Druckfilter (regelmäßig erneuert)

    - UV Blocker Pulver (hier aus dem Shop) mittels Nylonstrumpf und Schlauchdosierer in den Wasserrücklauf, der in die Flachwasserzone ausströmt, "geschaltet" (auch regelmäßig erneuert)

    - PO4-Binder-Pille im Schlauchdosierer in der Frischwasserzuleitung (Stadtwasser, vermutlich ordentlich PO4 belastet)


    Was ich fortgesetzt habe ohne wirklich sagen zu können, ob / wie viel es geholfen hat:

    - Phosphatbindeblock aus dem Shop (mal im Bioflow, mal im Druckfilter), seit diesem Jahr im Wechsel mit dem u.g. Granulat

    - Austernschalen im Bioflow und Muschelgrit im Druckfilter (sehr niedrige KH/GH-Werte, obwohl ordentlich hartes Stadtwasser nachgefüllt wird)

    - Dolphin E30 laufen lassen. Wenn die Algen überhand nehmen, hat er keine Chance, aber wenn ich sie halbwegs im Griff habe, hält er den Boden ganz gut sauber. Hin und wieder kraxelt er sogar die Wände hoch. Was mich allerdings verrückt macht ist, dass er gefühlt mehr als die Hälfte der Zeit hochkant und/oder rückwärts fährt.


    Was für mich nicht so geholfen hat:

    - BiOx (verteile ich im Teich, es bubbelt etwas und ein paar Algen steigen auf, aber es sieht nachher ganz ähnlich aus wie vorher)

    - PO4 Messung mit dem Hanna. Keine Ahnung, ob ich da ein Montagsgerät erwischt habe, aber obwohl ich mich streng an die Anleitung halte, zeigt er mir mal 0,12, mal 0,23 und mal 0,00 an (gerne innerhalb von 3 Messungen binnen 10min) - so hilft das wohl nix


    Herzliche Grüße

  • danke für die vielen Rückmeldungen.

    leider hab ich kein foto vom zugesetzten filterbereich gemacht. das war ein einziger teppich, kein boden war zu sehen, die algen ragten über die wasserfläche hinaus.

    da ich mit der glocke nicht erfolgreich war, hab ich den schlürfaufsatz aus der plastikflasche gebastelt. reine buckelnde handarbeit aber in 10-15 minuten erledigt, so kann man auch besser den schlauch im pflanzbereich manövrieren und der flurschaden ist geringer so meine ich jedenfalls. jeden tag will ich das auch nicht machen, sei angemerkt.

    die temperaturen und weniger sonnenstunden sind natürlich zur zeit maßgeblich, dass hier frieden eingekehrt ist und ich denke nicht, dass ich dieses jahr nochmal dagegen zu kämpfen haben werde.

  • hier mal ein update zur situation bei mir...



    die fadenalgen haben mir letztes jahr wirklich viel ärger bereitet.

    insbesondere die abgetriebenen und im schwimmbereich festgesetzten algen, bzw. abgestorbener mulm, gemeinsam mit dem laub und sonstigen eintrag seit dem herbst war das für mich nicht mehr akzeptabel. ist ja ein naturpool und kein biotop.


    also, ans reinigen gemacht, zunächst filterbecken abgesaugt um die algenteppiche zu entfernen, dann wasser komplett abgepumpt. dabei kam unser letzter wels noch hervor, na, auch schon 30cm lang...der ist jetzt bei den nachbarn im biotop untergekommen.


    schwimmbereich abgekärchert, mulm beseitigt, abgepumpt.

    außer einem kleinen wasserfrosch hat sich da nichts größeres angesiedelt gehabt, der kleine ist über eine woche immer wieder aufgetaucht um sich nach dem fortschritt zu erkundigen, jetzt ist es fertig und er ist wieder eingezogen.


    filterbereich: alle pflanzen ausgegraben und in kübel versorgt.


    5m3 schotter bestellt, 16/32, da der kleinere einfach zu flüchtig ist. filterbereich bis auf wasserlinie mit schotter planiert, zwei kleine becken ausgenommen wo später die pflanzen reinkommen.

    alukonstruktion gemacht , am schotter verlegt, ausgerichtet, mit schotter hinterfüllt, darauf BPC dielen in bangkirai optik (habe wirklich lange hin und her überlegt, 20 oder gar 30 jahre garantie, super optik, massiv, letzte generation).


    schilf und röhrichtpflanzen in mörteltröge umgesetzt, dazu vorhandenen 8/16 schotter gefüllt, lehmmischung darunter. tröge hinter dem schwimmbereich auf noch vom bau vorhandenen hohlziegel aufgebockt. so ist genug platz auch bei der nächsten reinigung die pflanzen zurückzuschneiden, umzutopfen was auch immer, wildwuchs eindämmen.

    restliche pflanzen in den beiden kleinen ausnehmungen im biofilter gesetzt, will ja auch etwas lebensraum für tierchen beibehalten, hoffe dass es mit den algen nicht gleich wieder zu ist...

    das zuzuschütten wäre schade, ist aber in einer stunde erledigt wenn muss.


    wasser im biofilter nicht zurückgespült, es war außergewöhnlich klar, wollte den bakterienstamm nicht entfernen.

    wasser war insgesamt 8 tage abgelassen. ich wollte dem holz eine kleine abtrocknungsphase gönnen, so dass der biofilm auch stirbt und nicht gleich wieder wuchert.

    nach 8 tagen die holzkonstruktion nochmal hinterspült um mulmreste herauszuholen und abzupumpen/schöpfen.


    werkzeuge zur reinigung: kärcher 4.5, mittelklasse meine ich, schlauchverlängerung auf insgesamt ca 15 meter, perfekt. dreckspatz hat wieder einen super job gemacht, kann ich wirklich empfehlen. aufpassen nur bei der wassersäule. wenn das gerät am ufer steht und man die letzten reste aus dem schwimmbereich in 2m tiefe rausholt geht nix mehr. gerät nach unten bringen, auf ca 1,5 m höhe hat es wieder super funktioniert.


    das gesamte projekt war natürlich wieder mal etwas aufwendiger, der großteil ging für den umbau drauf.

    das eigentliche reinigen war nicht so schlimm. jetzt wo der seichte bereich praktisch nicht mehr existiert wird es noch schneller von statten gehen.

    abgepumpt über nacht, insgesamt ca 4h gekärchert und abgeschöpft.

    das wasser ist nun seit einer woche drin, supersauber, superklar. perfekte zeit dafür, nicht zu warm, eher noch kalt...

    selbst wenn das nun jedes jahr fällig wäre, immer noch weniger arbeit als ein pool...

    allerdings hoffe ich, dass ich jetzt mal die nächsten beiden jahre mit dem dreckspatz allein das auskommen finde, wir werden sehen.


    fotos folgen

  • vielen Dank. momentan macht das richtig Freude rauszuschauen auch wenn man noch nicht baden kann. hab gestern den Dolphin E30 laufen lassen, der hat es nur teilweise geschafft die Holzwände hochzufahren, denke aber dass der nach 2 Saisonen vermutlich neue Raupen braucht, der Abrieb am Holz ist sicher extrem im Vergleich zu einer Folie. Den Boden hat er wieder top gemacht, na gut, da waren nur ein paar Reste die ich beim Reinigen nicht erwischt habe und etwas neuer Eintrag. Aber so soll es ja sein bei der Unterhaltsreinigung.

  • also noch ein update...

    in einem anderen algenthread habe ich geschrieben, dass ich ein mittel gg fadenalgen und ein phosphatbindmittel angewendet habe.

    algen haben sich rasch verklumpt und abgesunken.

    auf dem mittel stand etwas von milchiger trübung, ja, zunächst schon. dann innerhalb von 2 Wochen wurde das wasser grünstichig und trüb. blieb so.

    gefiel mir nicht so. hatte immer klares wasser. das mittel wirkt aber immer noch, keine fadenalgen und auch der boden weniger glitschig.

    Trotzdem, wir sind seit Anfang an klares wasser gewöhnt und wollten das wieder.

    also das unsägliche getan, uvc amalgan 40W tauchleuchte angeschafft und in einen der beiden bioflowschächte reingehängt. so einfach und praktisch, keine durchflussröhre.

    habe die montag vormittag rein getan, waren bis mittwoch abend verreist. als wir heim kamen trauten wir unseren augen nicht.

    wasser klar bis zum grund.

    wir sind wieder glücklich.

    lasse sie jetzt noch ein paar Tage laufen und nehme sie dann wieder raus.

    bis zur nächsten plage.

  • Hallo Peter, Glückwunsch, du scheinst dich ja dem Ziel zu nähern -- ein wirklich schöner Pool!

    Verstehe ich richtig, dass du vorher einen Flachwasserbereich/Filterbecken mit gemeinsamer Wasseroberfläche mit dem Schwimmbereich hattest, und jetzt komplett abgeteilt ist (mit weitestgehend mit Schotter und Bohlen abgedecktem Filterbereich)?


    Da denke ich ja auch immer wieder drüber nach -- ich hatte zwar im Frühjahr gedacht, dass ich mit meinen Maßnahmen (Phosphatbindeblock und Eisenhydroxid im Filter, Posphatbindepille im Frischwasserzulauf, UV-Blocker im Zulauf zum Flachwasser-Filter) in die "Siegerstraße" eingebogen bin, aber jetzt in der Sonnen-Hochsaison scheint es doch wieder zu sein "wie immer", d.h. ohne regelmäßige Abkescheraktionen würden die Algen überhand nehmen. Allerdings keine Fadenalgen mehr, sondern eher Schleimalgen die stalagnit-artig vom Kies hochwachsen (s. Foto).

    Nicht falsch verstehen - ich bin super zufrieden mit meinem klaren Wasser, und seit die Jungs (2x 6 Jahre ) selbstständig schwimmen und reinspringen können, kriege ich jede "Unterhaltsstunde" 5-mal zurückgezahlt vom Anblick der begeisterten Teichnutzer (Kinder, Frösche, Molche, Libellen etc.). Mal sehen, wie lange ich das durchhalte (morgens um 7h: "Papa, Morgenschwimmrunde!") :)


    Aber zurück zum Thema. Ich habe ja gewissermaßen ein "Anderthalb-Topf" System, d.h. der Hauptfilterbereich ist abgeteilt und bis über die Wasserlinie mit Kies gefüllt (da wächst üppig Schilf drinnen), aber ein zweiter Auslass/Bioflow geht in den Flachwasserbereich des Schwimmbeckens, der bis ca. 40cm unter der Wasserlinie durch eine Trockenmauer "abgeteilt" ist - auf dem Foto links zu sehen, die Trockenmauer steht auf der Teichfolie, dahinter kommt das ansteigende "Kiesufer"). Zwei Seiten meines Schwimmbereiches sind in dieser Uferbauweise ausgeführt, die anderen beiden Seiten sind Spundwände.


    Ich glaube, ich muss nun akzeptieren, dass ich mir mit den Flachwasserbereichen Algenzuchtareale gebaut habe, die sich nicht wirklich dauerhaft wegmachen lassen. Uns Jungs stört es auch nicht wirklich, der eine oder andere (weibliche) Gast geht halt nicht rein bzw. es schwimmen halt immer einige Algenklumpen mit, wenn das Wasser stärker bewegt wird. Größter Nachteil ist, dass bei längerer Abwesenheit die Gefahr besteht, dass das System "kippt" (Fillter verstopft, Pumpe pausiert -- dann ist dringender schneller Eingriff erforderlich, sonst wächst der Teich im Nullkommanix zu). Oder ich legen den Flachwasserbereich so wie Peter trocken (Trockenmauer bis knapp über Wasserlinie erhöhen und mit Kies anfüllen), aber das wäre dann doch ein größerer Eingriff...


    Schöne Sommer-Teich-Zeit allen!


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