Prinzipfrage zur Filtertechnik

  • Guten Morgen!

    Ich habe noch einen ganz allgemeine Frage. Vielleicht wurde die auch schon beantwortet, dann bitte ich um einen Link.

    Warum funktioniert eigentlich die Filtertechnik die ihr alle hier verbaut, genau umgekehrt wie die die alle zertifizierten Naturpoolbauer verbauen. Hier wird ja Skimmer, Filter, Sickerturm, Kies und zurück ins Becken, während die Poolbauer ja überwiegend Skimmer, eigenes Becken, Filtern von oben durch den Kies, Saugrohre Pumpe und zurück ins Becken machen. Gibt es irgendwo grobe Vor-/Nachteile oder funktioniert das einfach ohnehin beides?

    Danke schon mal.

    VG, Hartmut

    • Offizieller Beitrag

    Dieses Prinzip von oben nach unten wird ja seit Jahrzehnten in Verbindung mit Kleinkläranlagen verbaut . Es ist ein einfacher Filteraufbau , der im ersten Moment schlüssig erscheint. Da aber bei diesem System nur eine sehr grobe Vorfiltration stattfindet, gelangt sämtliche Verunreinigung ( Pollen, Staub, Saharasand etc. ) auf die Kiesoberfläche und sinkt hier immer weiter in den Kies ein. Und hier kommt jetzt die sehr umstrittene Frage, wie und ob überhaupt lässt sich der Kies wieder reinigen ? Mit einem Teichsauger bekomme ich 5 bis max. vielleicht 10 cm des Kiesaufbaus gereinigt. Aber was ist mit tiefer sitzendem Schmutz ? Die Befürworter sagen das blowern eine Möglichkeit ist, aber hier bin ich auch skeptisch , ob ich mit einem handelsüblichen Kompressor in mehreren Kubikmeter Kies etwas erreichen kann.

    Letztlich genauso umstritten wie ein System mit Rundskimmer, Pumpe und direktem befördern in den Kies. Spätestens nach 10 bis 12 Jahren sind die Rohre dicht.

  • Ich glaube Hmut meinte die umgekehrte Variante. Die wurde früher oft gebaut. Ziel des extra Beckens war ja das als Klärteich zu verwenden in dem sich Wasserpflanzen etc befinden.

    Sieht man häuftig noch bei sehr großen Anlagen.

    Hat den "Vorteil", dass man keinen extra Filter benötigt, Nachteile aber sind:

    Filterteich verschlammt zunehmend. Und was hier nicht aksinkt wird in den Kies gezogen, wir gut sich das reinigen lässt wenn man es nicht ständig macht ist fragelich.

    Deswegen setzt das Topteich Prinzip auf Filter die einfach zugänglich und möglichst Wartungsarm sind, aber dabei auch eine ausreichende Filterschärfe bietet.

  • Hallo Hartmut, ich möchte Dich etwas korrigieren.

    Ein zertifizierter Naturpoolbauer hat eine entsprechende Ausbildung gemacht. Das hat nichts mit dem verwendeten Filtersystem zu tun. Bei der Ausbildung werden alle möglichen Varianten, von oben nach unten, von unten nach oben, horizontal von rechts nach links und von links nach rechts ;) usw. durchgenommen. Ich kenne glaube ich alle Systemhersteller in DACH und kann sagen, dass es neben Topteich noch andere, auch große Systemhersteller gibt die von unten nach oben durchströmen. Das Topteich System ist was Preis-Leistung anbelangt halt fast unschlagbar und deshalb ist es ideal für die Selberbauer oder auch GaLa-Bauer

    Aus eigener Erfahrung kann ich sagen dass von unten nach oben bei mir 16 Jahre sehr gut funktioniert hat. Damals habe ich ohne eine Rückspülmöglichkeit gebaut gehabt weshalb ich in dieses Frühjahr nun leider doch sanieren musste.

    LG Torsten

    Torsten Reuß, TOSSTEC KG

    seit 16 Jahren Schwimmteichbesitzer, Schwimmteich Kategorie 3-4

    hellbeige Folie mit 2 Wandskimmern, Bogensiebfilter und durchströmter Kiesfilter

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Hartmut,

    als ich meinen ersten Schwimmteich gebaut habe, gab es noch keine Filtertechnik für Selbstbauer. Den Markt teilten zwei oder drei Franchisegeber unter sich auf (Bioteich, Teichmeister und weiß ich nicht mehr). Die Alternative war eine Bauweise nach Weixler, die weitgehend ohne Technik mit großen Regenerationszonen arbeitete. Standard war die Durchströmung des Filterkieses im Vertikalbetrieb von unten nach oben. Das habe ich mir für die Selbstbausysteme abgeguckt und über die Jahre verfeinert.

    Später kamen weitere Filtersysteme hinzu, zum Beispiel eine Ausführung bei der das Wasser durch die Kiesschicht eines separaten Filterbeckens angesaugt wird und mittels Pumpenkraft in das Schwimmbecken zurück fließt. Bei dieser Bauweise ist das Schwimmbecken einige Zentimeter höher als das Filterbecken angeordnet und hat eine definierten Überlauf mit Fangkorb für den Grobschmutz.

    Das sieht in der Theorie sehr einfach aus und lässt sich verkauftechnisch gut vermitteln. Die Tücke liegt wie so oft im Detail. Außer der angesprochenen Verschlammungsneigung gibt es einen weiteren Nachteil.

    Das Volumen des Filterbeckens ist deutlich kleiner als das Volumen des Schwimmbeckens. Wenn ich zum Beispiel 3 m³ Wasser aus dem kleinen Becken abpumpe um den Wasserstand im Schwimmbecken um 1 Zentimeter anzuheben, so sinkt er im Filterbecken gleichzeitig um 10 Zentimeter (wegen des geringeren Wasserinhalts). Rechne ich jetzt die Verdunstung mit ein, dann brauche ich immer mehr Wasservolumen um das Schwimmbecken zum Überlaufen zu bringen. Bis im Extremfall das Filterbecken leergepumpt ist. Ein ständiger Verdunstungsausgleich ist bei dieser Bauweise also Pflicht.

    Ich wollte nur aufzeigen dass Filtersysteme nicht unbedingt besser sein müssen, nur weil sie neuer sind. Bei einem etablierten System (vertikale Durchströmung von unten nach oben) hast du einen großen Erfahrungshintergrund aus tausenden von Anlagen, der sich auch in diesem Forum widerspiegelt. Wenn ein solches System dann kontinuierlich weiterentwickelt wird, kann eigentlich nicht viel schiefgehen.

  • Okay, danke für die Antworten! Waren wirklich alle hilfreich. Bei uns hier im nördlicheren Österreich bauen alle die ich gefunden habe mit dem Kiesfilter von oben nach unten in einem eigenen Becken. Daher dachte ich das ist Standard, etabliert, etc. aber man sieht ja hier dass es auch anders möglich ist. Ist mir so auch viel lieber, den die andere Version kostet, wenn man sie kauft, eine Lawine.

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