Grenzen des Schwerkraftprinzips

  • Hallo Zusammen,

    Ich war beim ersten Schwimmteichbau im Jahre 2004 schonmal in diesem Forum. Den alten Teich haben wir aufgegeben bzw. demontiert, nun soll ein neuer gemauerter Naturpool gebaut werden.

    Wer hat Erfahrung beim Schwerkraftprinzip bezüglich der max. Entfernung zwischen Kiesfilter und Rücklauf zum Pool, welche Faktoren bestimmen die Grenzen?

    Grüße

  • hm, also Schlauchwaagen können bis 250m lang werden. Ich denke bei 125mm Durchmesser (glaub die ausm Shop haben den) der Rückläufe sollte die Länge nicht wirklich relevant sein (Kommunizierende Röhren). Das einzige ist, dass natürlich eine Verschlammung stattfinden könnte - sollte also zu reinigen sein. Das Schwerkraftprinzip findet ja Anwendung zwischen Pool und BSF. Der Rest sind kommunizierende Röhren.

  • Danke für die schnelle Antwort! Stimmt, in Durchflußrichtung sitzt oft hinter dem BSF die Pumpe, dahinter ist es kein Schwerkraftprinzip mehr, oder doch? Die Pumpe drückt in den Kiesfilter, was vermutlich der größte Widerstand in dem Kreislauf ist, dann geht es doch wieder mit Schwerkraft Richtung Pool, oder? Wer kennt sich hier aus, kann man so was berechnen?

    Von der Pumpe bis zu meinem Kiesfilter (oder Sumpfbeet) sind es ca. 6m, dann hinter dem Filter 6m wieder zurück, weiter an dem 11m langen Pool vorbei bis zu dem (Skimmer gegenüberliegenden) Rücklauf unterhalb der Wasseroberfläche in den Pool, also eine Rohrlänge von ca. 19m. Diese Anordnung wäre für mich aus verschiedenen Gründen einfach optimal. Aber welche Probleme, auch bei DN125 könnten da auftreten, z.B. im Winterhalbjahr oder bei Frost?

    Kann man das machen?

  • bei mir ist der Regenerationsbereich etwas höher als der Schwimmteich. Dort geht es dann per Schwerkraft runter. Andere haben den Regenerationsbereich auf gleicher Höhe. Das sind dann nur kommunizierende Röhren. Die Pumpe drückt das Wasser hinter dem BSF hoch in den Bioflow Verteiler/Verteiler. Da läuft es einfach dann rein. Dieser Schacht/Verteiler ist unten mit Röhren wieder mit dem Kiesfilter verbunden. Kommunizierende Röhren. Was hier den Wiederstand angeht: Manche haben die Erfahrung gemacht, dass die Oberfläche im Bioflow Verteiler ein paar cm höher steht als im Regenerationsbereich.


    1. Was KG Rohre und Frost angeht: Frag doch mal einen Strassenbauer.

    2. Alternative ist: Frosttief einbringen.

    3. Dritte Alternative: Evtl. Pumpe das ganze Jahr laufen lassen. Somit wäre das Wasser immer in Bewegung. Wenn der Teich tief genug ist, sollte es unten ja nicht kälter als 4 Grad werden...

    4. Vierte Alternative - würde ich so machen: Vor dem Rohr Zugschieber, hinter dem Rohr Zugschieber irgendwo T-Stück mit Zugschieber zum entleeren. Zum winter schliessen und Wasser ablassen/abpumpen.


    Ich habe bei mir zwischen Skimmer und BSF auch jeweils zwei zugschieber. Die Rohre habe ich mit Gummimanschette mit den Zugschiebern verbunden. Die werden im Winter kurz gelöst, so dass das Wasser ablaufen kann. Im Frühling wieder geschlossen


    Just my thoughts.

  • Wenn Schwimmbereich und Kiesfilter auf gleicher Höhe liegen und mit Rohrleitungen verbunden sind, gilt das Prinzip der kommunizierenden Röhren. D.h. Du entnimmst über den Skimmer Wasser aus dem Pool und genau dieselbe Menge fließt auch wieder zurück.

    Die 6m von der Pumpe zum Kiesfilter stellen kein Problem dar. Vom Filter zurück in den Pool sollte auch kein Problem darstellen. Mach doch mal bitte eine Skizze.

    Du solltest Möglichkeiten zum Reinigen der Rohrleitung zum Schwimmbereich vorsehen - nicht, dass sich da mal etwas absetzt/ zusetzt. Zum Frost: Wie schon beschrieben entweder frostfrei verlegen oder die Möglichkeit schaffen, dass die Leitung entleert werden kann. Hier ist zu berücksichtigen, aus welcher Region Du kommst. Wir in NRW kennen ja fast keinen Winter mehr - in Bayern mag das anders aussehen.

  • Feldbrand hat von mir und auch und auch von seinem Berater die gleiche Antwort bekommen. Wir bauen die Rücklaufgarnitur extra kurz. Sie auf 1-2 m zu verlängern ist sicher kein Problem. Aber wer will die Fließgeschwindigkeit und den Fließwiderstand durch Rohrlänge, Krümmer etc. bei 25 m berechnen? Je höher dieser Wert ist, desto höher muß der Wasserstand im Filterbecken gepumpt werden, um den Widerstand zu überwinden. z.B. baut sich ein Fließwiderstand von 0,05 bar auf (was nicht viel ist), muss die Wasserhöhe bereits 50cm höher sein als Schwimmbereich. Das hat nichts mit kommunizierenden Röhren zu tun. Ich möchte das Wasser ja in eine bestimmte Richtung bewegen. Wenn die Pumpe mehr Wasser in das Klärbecken fördert, als das es in gleicher Geschwindigkeit ablaufen kann, wird man schnell die Gesamtwasserfläche im Garten erhöhen.

  • Vielen Dank an alle für die schnellen und ausführlichen Antworten!

    Ich muß mich jetzt erstmal in den nächsten Tagen in Ruhe mit dem Thema beschäftigen, da steckt für mich noch Klärungspotential drin. Ralf: was meinst du mit Gesamtwasserfläche?

  • Bin bei dem momentan guten Wetter den ganzen Tag beim ausbaggern, deshalb antworte ich erst abends. Ich wohne übrigens im Duisburger Westen, nahe Moers.

    Die Pumpe ist doch dafür zuständig den Kreislauf ständig in Bewegung zu halten und natürlich den Druckabfall im Kiesfilter zu überwinden, vor allem wenn der Filter höher liegt, oder sich zusetzen sollte. Danach geht das Rücklaufrohr zum Pool auf der Stirnseite, (oder seitlich am Ende) aber unterhalb der Wasserlinie, d.h. daß Rohr ist immer über die ganze Länge gefüllt. Je größer der Querschnitt desto langsamer ist die Strömungsgeschwindigkeit. Druckabfall im Rohr je höher die Strömungsgeschwindigkeit. Wenn die Pumpe das nicht schafft, müßte man eine stärkere nehmen. Daher müßte es doch so gehen? Oder liege ich hier völlig falsch? Welche Durchflußmenge würde eine Pumpe in etwa liefern um 80-90 m3 Wasservolumen zu bewegen?

    (Oberirdisch könnte man vermutlich auch einen Bachlauf mit entsprechendem Gefälle als Rückleitung nehmen oder?)

    Bei dem Thema noch die Frage: Am liebsten würde ich die gesamte Vorreinigung und Pumpe überirdisch in einem Gartenhaus unterbringen, oder zumindest nur ein paar Stufen runter (man wird ja nicht jünger). Dann geht es wohl nicht mehr alleine über Schwerkraft. Wäre die Technik hierfür deutlich teurer und wieviel Stromverbrauch müßte man hierfür ungefähr rechnen, wer hat hier Erfahrung?

  • Wie das Wort Schwerkraft schon sagt , fließt nur eine gewisse Menge Wasser durch ein Rohr ohne Gepumpt zu werden . Beeinflusst durch die Faktoren Höhe, Länge der Röhre, Bögen und Durchmesser . Da bringt auch keine Grössere Pumpe was , weil die befördert nur dein Wasser bis in dein Filterbecken. Zurück in denn Teich Fließt es nur und wird nicht gepumpt. Wie Ralf schon geschrieben hat sollte dieser Weg eher kurz ausfallen . Ich habe schon einen Teich mit höherliegendem Filterbecken gebaut , die Rücklaufgarnituren 2 x 100mm waren dort einmal ca. 2 Meter und die andere 3 Meter lang . Das Funktioniert bei diesem Teich mit ca. 50m³ Gesamtvolumen und der daraus resultierenden Menge an Wasser was ca. 100m3 in 24 Stunden sind .

    Gruss Timo

  • Habe jemand angesprochen der sich in seinem Studium schwerpunktmäßig mit Strömungslehre beschäftigt hat, und die in seinem Beruf auch mal praktisch angewendet hat. Der müßte es eigentlich wissen. Ich muß ihm aber noch Infos von dem Wasserkreislauf bei schwerkraftgetriebenen Pools in Form von Fotos o.ä. geben.

    Hierbei stellt sich noch die Frage wie der genaue Aufbau bzw. die Durchströmung im Kiesfilter funktioniert. Die Pumpe fördert das Wasser in den Bioflow! Da das Wasser sich anstauen kann, läuft es vermutlich offen in diesen rein, (d.h. belüftet). Danach fließt es von oben nach unten in das Wellrohr und verteilt sich horizontal unterhalb des Kies in den geschlitzten Rohrsträngen. Dort steigt es durch die Kiesschichten auf und fließt unterhalb der Wasserlinie zurück in den Pool.

    Hat jemand eine Prinzipskizze auf dem man den Strömungsweg genau erkennt (Leitungen unterhalb und/oberhalb der Wasserlinie)?

    Grüsse!

  • Hallo, danke für alle Infos!

    Kann mir jemand sagen, welche Pumpe in etwa in Frage käme wenn ich mein Gesamtvolumen von 90m3, und die zu überwindende Höhe (Filterbeet) mit 1m und alternativ mit 2m annehme?

    Wenn es sinnvoll ist, 2x pro 24 Stunden, 90m3 umzuwälzen müßte die Pumpe 7,5m3/h können.

    Wie komme ich dann an die üblichen Pumpen/Motordaten/Kennlinien etc? Ralf?

    Grüße

  • Kommt noch ein Druckfilter, Feinfilter zwischen Pumpe und Höhenunterschied muss hier nochmal mit 2 -3 Meter Abzug gerechnet werden , ebenso die Leitungslänge ,Bögen macht Verluste.

    Bei denn gewünschten 7,5m³ währe theoretisch bei knapp 4 höhenmeter bzw. 0,4 bar Gegendruck Schluss mit der 22000er .

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