Überlaufbecken als Naturpool?

  • Moin, mein Name ist Steffen und ich komme aus dem hohen Norden. Habe mich hier fleissig eingelesen und plane den Bau eines (Natur)pools, bzw. eher eines kleinen Minipools (Größe nur 450x150x150), der aber auf natürliche Weise sauber und klar gehalten werden soll, sprich: mit Filterbett und Biostar. Dazu habe ich aber eine Menge offener Fragen und hoffe, Ihr könnt mir ein paar Tipps geben. Ich stelle mir das Becken momentan so vor: Betonwände mit Schalsteinen gemauert, Abdichtung mit GFK und Epoxyd (hab keine Lust auf Folie), ca 1qm Filterbereich mit Kies. Am liebsten würde ich das ganze als Überlaufpool bauen, oder zumindest eine Seite als Überlauf konstruieren, dann würde ich mir auch den Skimmer sparen. Hat da jemand Erfahrungen mit? Gibts Probleme mit Fadenalgen od. zu hoher Verdunstung im Sommer? Ausserdem würde ich das ganze im Winter als Tauchbecken nach dem Saunieren nutzen wollen, geht das überhaupt, weil dann ja die Filterung aus ist?...oder ist die Idee blöde?

    Würde mich über Eure Einschätzungen freuen!

    Gruß Steffen

  • Hallo hallo,


    Du kannst dir mal diesen Thread hier anschauen, da wird das Thema Überlauf recht kontrovers diskutiert, ich würde mal sagen die Mehrheit hat davon abgeraten:

    Naturpool mit Pflanzenzone und Terrasse

    Einen richtigen Erfahrungsbericht der deinen Dimensionen ähnelt habe ich hier aber noch nicht gesehen.


    Das mit der Sauna im Winter sollte schon passen - wenn das nicht täglich fünf Leute sind die da ungeduscht reingehen... ;-)

  • Moin und danke für die Antwort! In dem Thread sind schon 70% meiner Fragen beantwortet worden... :-) Aber ein paar Fragen sind noch übrig geblieben:


    - hat jemand Erfahrungen mit GFK Matten und Epoxid als Beckenabdichtung? Es gibt ja solche Sets für Selbstbauer, und im Bootsbereich ist das ja eh üblich, also müsste es doch im Becken auch gehen?


    - kann mir jemand nochmal die Funktionsweise des Skimmers erläutern? Wenn ich das richtig sehe, ist das doch nichts weiter als ein Abfluß auf Oberflächenhöhe, der quasi den groben Dreck rausfiltert und für den Abfluß sorgt... dann müsste doch eigentlich auch eine Aussparung im Beckenrand funktionieren, die etwa 10cm tiefer als der Rest des Randes liegt.... Ich stelle mir das so vor, dass über diese Aussparung das Wasser in eine Abflußrinne läuft (mit Gitter als Filter für den Grobschmutz), dann hätte ich gleich quasi ne Art Wasserfall.. oder reguliert der Skimmer auch irgendwie die Wasserstandshöhe?


    - gibt es eine Faustformel, wie häufig der Skimmer gereinigt werden muss (klar, ist abhängig von Schmutzeintrag), aber evlt. könnte man ja etwas sagen wie "nach x Liter Durchfluss muss bei normaler Verschmutzung der Skimmer gereinigt werden".


    und zu guter Letzt: hier gibts ja schon einige Diskussionen über Filtertechnik... ich bin ein Freund von pflegeleichter Technik, und auch bereit dazu, lieber etwas mehr Geld auszugeben als ständig Filter zu säubern oder die Technik zu überwachen. Meine Planung sieht deshalb folgendermaßen aus: Skimmer- BSF profi- Pumpe- Biostar/ Kiesbett als Trockensumpf und dann über einen verdeckten Rücklauf auf der dem Skimmer entgegen gesetzten Seite zurück ins Becken. Meine Frage: gibt's da noch Tipps von Euch, welche Komponenten man unbedingt noch haben sollte/ haben könnte, um den Pflegeaufwand gering zu halten? Oder ist das schon die maximal beste Version, um das beste Verhältniss zwischen Aufwand und Kosten zu bekommen? Ich will ja jetzt keinen mehrstöckigen Filterturm bauen, es soll ja alles noch klein und fein bleiben, aber evlt. gibts ja noch Jemand, der einen Tipp für eine Optimierung hat.


    -

  • Epoxyd funktioniert schon, Problem ist die Verarbeitung, ich würde das niemals machen.


    Der Skimmer ist nicht nur ein Gitter für zb Laub sondern ein wichtiger Baustein um durch Filtermatten einiges an Schmutzeintrag, Pollen etc rauszufiltern. Du entlastet deine Filterkette damit schon massiv.

  • Ob Matten im Skimmer sind oder nicht kommt ganz auf den Skimmer an. Funktioniert auch ganz gut ohne...


    Der wichtigste Unterschied zwischen Skimmer und Überlaufkante ist m.E. Dass der Skimmer durch seine Klappe bzw. Schwimmring Niveauunterschiede ausgleichen kann, und somit ein konstanter „Zug“ auf der Wasseroberfläche ist - und der BSF gleichmäßig beschickt wird.

    Klappe im BSF und Skimmer arbeiten hier sozusagen zusammen.

  • Das mit dem Skimmer würde ich nicht ganz so sehen. Ein Skimmer selbst filtert erstmal gar nichts. Ein Skimmer ist eine Öffnung direkt an (am Rand) oder knapp unterhalb (Standskimmer) der Wasseroberfläche, wo das Oberflächenwasser hineinläuft und dadurch großflächig ein leichter Sog zu der Öffnung hin entsteht. Gefilter wird dann entweder lediglich durch einen Korb oder aufwändigere Filterelemente, die in der Skimmerbox eingebaut sind. Hier werden i.d.R. Blätter und grober Schmutz abgesondert - je nach dem, was man an Filterelementen verbaut hat.

    Die meisten hier im Forum haben nach dem Skimmer einen BSF verbaut. Da ein BSF sehr viel Schmutz verträgt, bevor er "voll" ist, verzichten viele sogar auf den Korb im Skimmer, da dieser schon mit recht wenigen Blättern "zu" ist und dann nur noch sehr wenig Wasser durchlässt, d.h. der Sog auf der Teichoberfläche ist dann stark reduziert. Und der Aufwand, den BSF auszuleeren oder den Skimmerkorb ist meist ähnlich (je nach Einbausituation).

    Also, zu sagen, dass man mit einem Filter im Skimmer die Filterkette massiv entlastet, sehe ich nicht so (es sei denn, man zählt den BSF als Bestandteil des Skimmers...).

    Nach dem BSF, der ja bis 0,1 mm filtert, haben viele dann noch einen Feinfilter/Druckfilter/Filterstrumpf verbaut, um noch weitere Schwebeteilchen rauszufiltern. Dies mag in besonderen Fällen oder bei einem neuen Teich notwendig sein (solange noch Baudreck drin ist), bei einem bestehenden, funktionierenden Teich sollte das aber nicht nötig sein (es sei denn, man fühlt sich dadurch besser - Placeboeffekt).


    Glasfasermatten und Epoxy als Beckenabdichtung: Wie meinst du das "-abdichtung"? Willst du das komplette Becken aus GFK modellieren oder nur bestehende Elemente zusammenkleben? Beides ist wohl möglich, ersteres ist aber wohl sehr aufwändig. Diesbezüglich solltest du dich vielleicht mal mit dem Thema "Gartenlagune" auseinandersetzen. Vielleicht ist das ja genau das, was du suchst...

  • Vielen Dank für die Antworten. Habs jetzt glaube ich Begriffen, was den Skimmer so ausmacht... bzlg. der Epoxydfrage hatte ich mir eigentlich vorgestellt, das ganze Becken damit auszukleiden. Zwei oder drei Matten 300er Glasgewebe und fertig... ist halt dasselbe, wie wenn man einen Bootsrumpf neu auflaminiert. Allerdings habe ich tatsächlich die Idee der Gartenlagune aufgegriffen und beginne gerade, mich damit anzufreunden. Mein Projekt steckt allerdings voller Herausforderungen:

    - ich habe nur einen Streifen von 3m Breite zur Verfügung, davon sollen 1,5m für den Schwimmteich sein (oder wohl eher "Tauchbecken für mich und Planschbecken für die Kids im Sommer"). Gesamte Länge ist auch nur 4m zzgl einen Meter für den Kiessumpf.

    - Tiefer als 150cm kann ich nicht gehen, weil darunter die Hausanschlußleitungen verlaufen ( auch die Gasleitung 8| deswegen muss ich mit Hand buddeln und wenn dann doch mal eine Revision nötig ist:/.....)

    - das Becken soll ca 40cm über Bodenhöhe sein, als Sicherheit gegen Hereinfallen (kleine Kinder) und weil ich es auch schöner finde

    - es muss eine streng eckige Form haben, deswegen hatte ich erstmal die Gartenlagune ausgeklammert.


    Aber:

    Wenn ich nur den oberen Teil in Schalsteinen mauer, und darunter mit Gefälle eine Grube aushebe (Wände müssen dann schon steil sein, aber geht bei unserem lehmigen Boden) müsste eine Art Lagunenbauweise doch möglich sein. Mit ein paar Kompromissen halt.

    Ich glaube, ich muss dann aber meine Fragen im anderem Forum stellen, oder gibts hier auch Leute, die schon eine Gartenlagune gebaut haben? Die Vorteile, die ich sehe (für mein Projekt): weniger Betonarbeiten und leichter Rückbaubar, wenn ich an die Leitungen darunter ran muss.

    Na ja, werde mal berichten, wenn ich in der Planung weiter bin.

  • Für die Gartenlagune ist ein eigenes Forum eingerichtet, wie du schon gesehen hast. Allerdings auch erst seit diesem Jahr. Im kommenden Jahr wird da mehr Bewegung reinkommen. Steile Wände eignen sich nicht für die Mörtelbeschichtung. Die Gartenlagune ist eine Bauweise für organische Beckenformen.

  • Ein ganzes Becken aus Epoxy zu bauen, stelle ich mir problematisch vor. Ich habe schon recht viel mit Epoxy gearbeitet (Flugzeugteile), aber bisher konnte ich mein "Werkstück" immer so hinlegen, dass die Arbeitstelle waagerecht liegt. Ich stelle mir das senkrecht (oder annähernd senkrecht) fast unmöglich vor... . Auch die Oberfläche wird zu rauh werden, um sie dauerhaft sauber halten zu können.

  • Nein, das funktioniert schon, gibt auch extra Shops dafür. Habe mir sowas auch schon mal angesehen.


    Aber aus meiner eigenen Erfahrung weiß ich wie viel Aufwand es ist ein Becken zu beschichten und bei Epoxyd kommt noch der Umwelt- bzw gesundheitliche Aspekt hinzu.

  • Danke für die Antworten. @Niro: Den Umweltaspekt habe ich noch gar nicht bedacht, das stimmt schon mit dem Epoxyd. Ist halt Sondermüll, wenn das mal weg muss. Und ob sich Glasfasergelege überhaupt vom darunterliegenden Beton trennt, sei mal dahin gestellt.... dann wäre auch der Betonbruch Sondermüll...


    @Ralf: ich werde mal meine Fragen im Lagunenforum posten, bisher finde ich die Idee aber trotz des Problems mit den geraden Wänden gut.. mal sehen, evlt. kommt dann ja noch eine neue Lagunenform heraus ;-)


    Eine Frage hab ich aber noch an alle: mein Skimmer und der BSF (+ Kiesfilter) werden vermutlich aus physischen (Platzbedarf) und physikalischen (Windrichtung) Gründen einander gegenüber montiert werden müssen. D.h., ich habe ca. 5-6m Strecke zwischen Skimmer und BSF. Nun müsste ich ja mit nem 110er KG Rohr beide Geräte verbinden (Höhenunterschied zwischen OK Wasser und Einlauf BSF ist ja mit 45 cm ausreichend, um ein gutes Gefälle zu erzeugen)- ist das sinnvoll, bzw. wird es dann Probleme geben, wenn beide Geräte so weit auseinander liegen?

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