Fadenalgen - erst schießen und dann fragen oder umgekehrt?

  • Hallo Gemeinde,


    das Thema Fadenalgen-Gegemittel wurde hier schon oft diskutiert und ich habe auch schon einiges gelesen, aber die eine oder andere Frage bezogen auf meine spezielle Situation habe ich doch noch.


    Ausgangslage:

    • Schwimmteich (2 Töpfe, aber auch im Schwimmbereich wird ein Teil des Kieses durchströmt), seit Herbst letzten Jahres im Betrieb
    • Über den ersten Winter (Filtertechnik lief durch, d.h. Pumpe nicht abgestellt/ausgebaut) fing massives Fadenalgenwachstum an (man konnte unter der Eisdecke quasi zusehen...), das sich im Frühling fortsetzte. Wasser super trüb, keinen Meter Sicht
    • Vor der Saison hab ich den Gummianzug angezogen und mit dem Kescher mehrere Baustellenkübel Algen herausgefischt
    • Dann dauerte es ein paar Wochen, bis auf einmal das Wasser glasklar war (so dass ich dann auch 2 tote Frösche am Teichgrund sehen konnte, wie auch immer die da hinkamen)
    • Bis heute ist das Wasser schön klar, aber F-Algen wachsen weiter, Intensität kann ich schwer vergleichen, gefühlt war es sehr viel. Na gut, das Problem haben andere auch und ich habe erfolgreich jüngere Familienmitglieder im Algenkeschern ausgebildet
    • Wenn ich den Algenbewuchs auf einem für mich OK Niveau haben wollen würde, müsste ich wohl (mind.) alle 2 Wochen fischen - das ist mir eigentlich zu viel (neben der sonstigen Teichpflege und dem Helfen der Gattin bei der restlichen Gartenarbeit)
    • Zugefüttert wird Stadtwasser, das laut Angabe des Versorgers nicht phosphatiert ist. Kiessubstrat unbekannter Provenienz, könnte wohl Phosphatquelle sein
    • Ich bin nun drauf und dran, mir mal ohne weitere Analyse / Nachforschung einen halben Phosphatbinderblock und den Muschelsack zu kaufen und die als erste (bio-)chemische Nachhilfe in meinem Teich zu verwenden

    Fragen:

    1. wahrscheinlich sollte ich erstmal messen. Denke aber, die Ausgabe für entsprechendes Equipment / Tests kann ich mir vielleicht erst einmal sparen, da ich ja wohl offensichtlich ein bissel zu viel Phosphat im Teich habe (wie auch immer das reinkommt)?
    2. was ist ein guter Zeitpunkt, die Zusatzmittelchen (Phosphatbinder, Muscheln) ins Wasser zu geben - jetzt noch vor dem Winter, im Frühjahr, oder egal?
    3. was passiert mit dem vom Phosphatbinderblock gefangenen / ausgefällten Phosphat? Von kotzbrocken hatte ich mal gelesen, dass er das im Feinfilter (Druckfilter?) fängt. Also unter den BSF mit dem Beutel und dann bei der Filterball-Pflege das Abfallprodukt rauswaschen?
    4. Muschelkalk gleich mitbestellen, oder erstmal eins nach dem anderen?
    5. ...oder würdet ihr sogar empfehlen, doch erstmal gar nichts zu machen und sich auf ein weiteres Jahr Kescherei einzustellen in der Hoffnung, dass der Kies irgendwann seinen Nährstoff ausgeschwitzt hat und ich doch 100% bei der Biologie, die ja bekannter maßen ihre Zeit braucht, bleiben kann?


    Viele Dank im Voraus und Grüße!

  • Der Phosphatbindeblock sollte an einer gut durchströmten Stelle eingebracht werden , genauso die Austernschalen.

    Schon bisschen spät , diese Saison ist ja eigentlich rum und bald schalten die meisten ihre Pumpen ab .

    Aber ich denke was gebunden ist hast du schonmal raus . Es kommt ja auch immer wieder Phosphat dazu .

    Ich würde mir aber trotzdem die Utensilien für eine notwendige Messung zulegen . Kosten ca. 70,- und man sieht dann auch ob sich was tut.

    Ich würde evtl. wenn der Phosphatwert extrem zu hoch ist dann noch vor dem Winter einen Turbophospatbinder einbringen und noch etwas algenangeln und im Frühjahr mit dem Langzeit binden über denn Block anfangen.

    Gruss Timo

  • Also Phosphat ist für Versorger eigentlich nicht relavant, da die TrinkwasserVO keinen Grenzwert vorschreibt. Somit kann ich mir nicht vorstellen, daß sie aufwendig Phosphat binden.

    Die 70 Euro für das Hanna Meßgerät sind gut angelegt und eine Investition für die Zukunft.

    Der Phosphatbinderblock macht solange Strömung vorhanden ist auf jeden Fall Sinn. Gerade jetzt wo die Bakterien absterben und die Algen auch schwächeln, wird Phosphat freigesetzt was gebunden werden muß. Ist halt eine langfristige Lösung.

    Den Turbophosphatbinder kann ich nur empfehlen, da er sofort Phosphat in großen Mengen bindet und diese ausfallen. Und das Umfeld / Lebensraum für Algen wird schlagartig verändert und die Anpassungsfähigkeit wird erschwert.

    Aber bei beiden wird nur freies Phosphat gebunden, also keine schnellen Wunder verlangen.

    Als letztes noch die Frage, wenn du die Pumpen nicht abgestellt hast, dann wirst du im Frühjahr auch nicht den Filter gespült haben !

  • nochmals vielen Dank! Kurz zurück:

    @ Messgerät: aber das 80€ Dings misst ja nur Phosphat - ist das ausreichend / macht das Sinn, ohne andere Werte zu kennen?

    @ Mittel und Reihenfolge: verstanden, dann also vor dem Winter (wenn Schwimmsaison, auch nach Saunabesuch, vorbei ist) die erste Charge (s. Nitro) und im Frühjahr dann den (halben) Block.

    @ Entfernen der Flachwasserzonen: wie meinst du das / wie geht das? Also meinst du Algen aus dem Flachwasser abkeschern, oder Flachwasserzonen vermeiden (= Teich umbauen?!)

    @ Phosphat im Stadtwasser: ich meinte nicht, dass der Versorger da was rausmacht. Aber immerhin macht er nichts rein, was vielerorts wohl gemacht wird (zur Leitungspflege)

    @ Filter gespült - nein das habe ich nicht, dachte das macht nur Sinn wenn die Anlage still lag? Aber egal, da ich diesen Winter ja die Pumpe abstellen werde, steht im nächsten Frühjahr auch die Rückspülung an

  • Der Phosphatgehalt ist das größte Problem . Da der Grenzwert für eine Algenfreiheit bei unter 0,035 mg/ l liegt, muß man dies elektronisch messen. Eine Messung durch Teststreifen oder Tröpfchentest ist viel zu ungenau.

    Bei anderen Wasserwerten haben sich Teststreifen sehr bewehrt. Da kommt es auch nicht auf solche Schwellenwerte an.

  • Ja, umbauen :):rolleyes:, hab ich auch durch, Flachwasserzonen entfernt, im Filterbecken den Kies angefüllt bis über die Wasserlinie. Habe außer hartnäckige Flecken (anderes Thema) keine Algen mehr.

    Hm.. Umbau kann ich mir bei mir aber schwer vorstellen. Filterbecken ist bereits kiesgefüllt bis über die Wasserlinie, im Schwimmbereich hab ich die Hälfte Spundwände und die andere Hälfte "Kiesstrand", der 1-2m schräg abfällt (dahinter dann Natursteinwand und dann sind wir aber auch schon in >1m Tiefe). Habe aber auch den Eindruck, dass sich die Algen (irgendwann) am Ufer sammeln, aber an durchaus unterschiedlichen Orten entstehen - manchmal offensichtlich an Strömungsstellen, manchmal am Boden (in 1,8m Tiefe!), manchmal im Flachwasser

  • An Strömungsstellen ist normal, da hier die meisten Nährstoffe vorbei kommen. Ich schätze mal du hast irgendwo einen Phosphatwert von 0,04 bis 0,06 mg. Da ist das Wasser klar und die Algen haben trotzdem ihren Spass.

    Nur ohne Messung ist alles Kaffeesatzleserei . Ist leider so ?‍♂️.

  • So, keine zwei Jahre vergangen -- und die Fadenalge feiert natürlich weiterhin fröhliche Urständ.


    Ich weiß, Naturteich und etwas Alge ist OK. Mein Teich ist auch superklar (bis man reinspringt und die Algen sich ablösen) und nur leicht grünstichig (1. Natur, 2. grüne Folie, 3. viel Grün drumherum) -- aber bei mir ist es einfach zu viel. Zu viel Gekeschere und zu viel Algenstückel wenn die Kinder mal bisschen rumtoben.


    Diese Saison steht eine neue Offensive an, diesmal zahlenbasiert.

    Messergebnisse (Teststreifen aus dem Shop und Hanna):


    MeswertmorgensabendsFüllwasser
    PO40,280,00 (!)0,11
    GHca. 5ca. 5>14
    KHca. 6ca. 6-710
    pH7,07,87,6
    Nitratn.n.n.n.25
    Nitritn.n.n.n.



    Vorhandenes Equiptment / Mittelchen schon vorhanden:

    • halber Phosphatbindebock hängt unterm BSF (pro Saison lasse ich einen sich auflösen)
    • im Druckfilter folgende Schichten (in Flussrichtung): OC-1 Dinger, Filterballs, Muschelschalen (unzerkleinert)
    • Planzung besteht überwiegend aus Schilf (üppig wachsend im Regenerationsbereich, noch gut wachsend in den Flachwasserzonen im Kiesbereich)


    Meine Interpretation / Analysen:

    • wie am kräftigen Algenwachstum ersichtlich (ich könnte jeden Tag einen halben Maurereimer rauskeschern), habe ich offenbar ein veritables Algenkraftwerk: das üppige morgendliche PO4 Reservoir gekoppelt mit ganztätig Sonnenpower (der Teich ist komplett unbeschattet) sorgt für üppiges Wachstum
    • ob ich dem abends-Messwert von 0,00 PO4 trauen kann, weiß ich nicht - aber wenn er stimmt, haben die Algen abends alles aufgegessen. Über Nacht füllt sich das Reservoir wieder durch sterbende Algen bzw. weitere Lösung (ich hatte bisher immer hauptsächlich meinen ungeprüften Kies im Verdacht, mit den 0,11 PO4 im Leitungswasser könnte aber auch die automatische Nachfüllung schuld sein -- allerdings hatte die in diesem Frühling dank intensiver Regenfälle wenig zu tun)
    • die vielen Regenfälle und sehr begrenzte Nachfüllung mit meinem harten Leitungswasser führt zu einer niedrigen (schon kritischen?) Härte (GH/KH) - auch ein "Pro-Algen-Faktor"


    Was würdet ihr mir raten zu tun bzw. was haltet ihr von meinen geplanten Schritten:

    • weiter fleißig keschern
    • die Phosphatbindekapazität meiner Filterung erhöhen, zB durch Polymer-Pillen in Schlauchdosierer in der Nachfüll-Leitung und eine zusätzliche Lage Eisenhydroxid (im Sack) im Druckfilter (Ralf hält da zwar nicht viel von wegen Rücklösegefahr, aber wenn ich das Zeug alle 2-3 Monate auswechsele müsste doch was rauskommen..)
    • GH anheben (Pulver einstreuen - welches?) -- oder reicht hier die Nachfüllung durch mein hartes Leitungswasser
    • Meint ihr, es bringt was, wenn ich zumindest die Flachwasserzonen versuche zu beschatten, in dem ich entsprechende Pflanzen einbringe (Wasserpest & Co.)?

    Vielen Dank im voraus für eure erfahrenen und fachkundigen Einschätzungen...

  • Ich habe auch jedes Jahr das gleiche Problem und einiges erfolglos ausprobiert. War schon soweit auf Chlorpool umzuwandeln weil der Pflegeaufwand die Freude am Naturpool genommen hat. Habe mich jetzt entschieden die Flachwasserzone zu trennen vom Schwimmbereich. Das hätte ich von Anfang an machen sollen, war leider schlecht beraten.

  • Hi Gartenfee, schön dass du fragst - dachte, hier in dem Forum interessiert sich gar keiner mehr für meine Probleme :-/


    Von einer Besserung kann man noch nicht wirklich sprechen, es sei denn man zählt den etwas verbesserten PO4-Wert dazu (von 0,28 auf 0,16 ppm - immerhin eine Senkung außerhalb des Fehlerbereiches, und ich habe die Hanna-Probe brav 2min geschüttelt). Das Algenwachstum wird aber weiterhin lediglich durch die Sonneneinstrahlung reguliert -- bedeckter Tag: ich kann guten Gewissens mal etwas länger Pause machen mit Keschern. 15 Stunden Sonne am Tag: spätestens nach 2 Tagen muss ich keschern, wenn ich nicht will, dass (a) ein lustig Algen-Gestöber entsteht, wenn die Kids baden gehen und (b) der Robby sich schon während der ersten Runde im Algenschmodder, der sich vereinzelt auch am Boden bildet bzw. ablagert, verheddert. Aber auch beim Thema Robby eine kleine Erfolgsmeldung: wenn ich wirklich fleißig gekeschert habe und er ein paar Runden "Tanz durch das Becken" (wer einen Maytronics EXX hat, weiß was ich meine) hinter sich hat, legt er auch mal längere Strecken auf allen Vieren zurück und klettert sogar bis zur Wasserlinie hoch.


    Aber zurück zum Thema Algen: ich habe jetzt seit etwas über eine Woche Eisenhydroxid/Lanthan-Gemisch im Druckfilter, sowie Ralfs Polymer-Pillen im Schlauchdosierer in der Zuleitung (wegen der 0,11 ppm PO4 im Füllwasser). PO4-Wert hat sich wie beschrieben anscheinend schon etwas verbessert, aber noch nicht so sehr, dass das meine Algenzuchtanlage (voll besonnter Flachwasserbereich) beeindrucken würde. Mit Kescherei kriege ich auch nur den Schwimmbereich algenfrei - im Flachwasserbereich habe ich gegen die teils fest angewachsenen, teils bei Berührung zu flockigem Schleim zerfallenden Algen bis jetzt noch keine Chance. Im Arsenal habe ich jetzt auch Fadenalgen-Stop und BiOx aus Ralfs Sortiment, und ich frage mich nun:

    • sollte ich mit der aufwändigen Flachwasser-Entalgung (Fadenalgen-Stop / BiOx streuen, Kies absaugen, alles keschern, Boden saugen, wiederholen) noch warten, bis ich das PO4 wirklich auf unter 0,04 gekriegt habe (so mir das denn gelingt...)? Vorteil: ich muss das nur einmal machen, denn wenn ich den Kies sauberputze, aber noch >0,04 ppm PO4 im Wasser habe, geht's ja gleich wieder von vorne los ODER
    • ist es sinnvoll, das doch zwischendurch schon einmal zu machen (möglicher Grund: Verhinderung der ungewollten Züchtung von Algenvarianten, die mit sehr wenig PO4 auskommen..)?

    So versuche ich es jetzt erstmal weiter, der Plage mit PO4-Entzug, Dauerkeschern und regelmäßigem Messen Herr zu werden. Vor größeren Maßnahmen (Versuch, den Flachwasserbereich irgendwie zu beschatten oder gar Umbau/Eliminierung des Flachwasserbereichs) scheue ich weiterhin zurück - wäre mir aktuell zu viel bei gut 100qm Teichfläche.


    Eine Frage wäre für mich noch, ob es einen Versuch wert wäre, andere Pflanzen im Flachwasserbereich anzusiedeln. Idealerweise solche, die

    1. (Unterwasser-)Schatten spenden
    2. sich leicht "abernten" lassen
    3. gerne PO4 essen

    Wobei ich mir vorstelle, dass Nr. 3 auch kontraproduktiv sein könnte -- denn wenn das PO4 gegessen wäre, würden diese Pflanzen dann ja auch verkümmern...

    Falls jemand da Ideen / Anregungen hat, sehr willkommen!

  • Hallo,

    ich sehe, du gehst durch die selbe Hölle, durch die wir gegangen sind (und zeitweise immer noch gehen)...


    Pflanzen, die Unterwasserschatten spenden haben sich bei uns nicht bewährt... - Seerosen z.B., gehen irgendwann im Fadenalgensumpf unter, da sich unter den Blättern munter die Fadenalgen ausbreiten und damit verhindern, dass neue Seerosenblätter nachwachsen können. Ausserdem lassen sich die Fadenalgen zwischen den Seerosenstängeln nur mühsam rauszupfen - Ich denke, das gilt für alle Pflanzen mit großen Unterwasserblättern... . Ich denke auch, dass es nicht darauf ankommt, "unter Wasser" Schatten zu haben, sondern den ganzen Teich zu beschatten, damit er nicht so aufgeheizt wird (siehe weiter unten).


    Als kurzfristige Abhilfe (zur Teichreinigung, wenn es mal wieder überhand nimmt) hat sich ein Fadenalgenvernichter auf basis von Aktivsauerstoff (den, den ich meine, gibt es leider nicht hier im Shop) bewährt, das wird eingestreut und lässt die Fadenalgen innerhalb weniger Minuten aufschwimmen und man kann sie dann abkeschern (bei uns war teilweise eine Mistgabel notwendig, um den Matsch rauszuholen).


    Langfristig hat bei uns bisher lediglich der UV Blocker Wirkung gezeigt. Der lässt aber leider ALLE Unterwasserpflanzen verkümmern (letztendlich auch die Seerosen).


    Was auch ein bisschen hilft, ist die Beschattung des Teichs. Ich habe fünf (abnehmbare) 10cm Alu-Pfosten um den Teich verteilt und dazwischen drei 7x7x5m Sonnensegel aufgespannt. Das hält das Wasser deutlich kühler, was sich sofort auf die Geschwindigkeit des Algenwachstums auswirkt.


    Mit Pflanzen, die gezielt bestimmte Stoffe "verbrauchen" habe ich keine Erfahrung. Wir haben versuchsweise mal Sauerstoff "produzierende" Pflanzen in größeren Mengen angeschafft - war aber nur rausgeschmissenes Geld... . Und auch das Salat-Experiment ist am Ende irgendwie gescheitert.

  • Per Erik, so erfahrene Kollegen wie du sind Segen und Fluch solcher Foren. Segen versteht sich von selbst mit Erfahrung und Hilfsbereitschaft, Fluch weil dann so schnell die Hoffnung dahin schwindet, dass man sein Problem doch irgendwie durch schlaues Tüfteln gelöst bekommt. Aber man ist wahrlich nicht der Erste, der auf der Suche nach einer Lösung ist.


    Wahrscheinlich werde ich am Schluss auch bei einer "chirurgischen" Maßnahme landen, wobei mir wahrscheinlich zwei (wahlweise oder in Kombination anwendbare) Wege offenstehen:

    1) Trockenlegung des Flachwasserbereiches. Der entsteht bei mir ja dadurch, dass das modellierte Ufer einen Zwischenabsatz hat, auf dem eine 40cm hohe Natursteinmauer steht, über der ca. 60cm Wasser stehen. Die Böschung ist bis zu dieser Trockenmauer mit Kies (abfallend) aufgefüllt. Wenn ich diese Natursteinmauer um 60cm erhöhe und weiteren Kies bis über die Wasserlinie einfülle, ist mein Ufer weg... (wobei ich nicht weiß, bis zu welcher Höhe man einseitig belastete Steinmauern auf Teichfolie stellen kann...)

    2) Olympiastadion-München-artige Bespannung mit Sonnensegeln. Mag ich eigentlich aus drei Gründen nicht: 1) Optik, 2) zusätzliche ca. 15min für die ohnehin schon recht aufwändige Unwetter-Routine, 3) eigentlich mag ich es, dass der Teich sich bei Sonne schnell aufheizt - so können die "Eisbader" schon Ostern bei 15 Grad reingehen und bei >26 Grad dann auch meine Frau.. (und meine Algen scheinen kälteunempfindlich zu sein - gefühlt fangen die schon unter der Eisdecke an zu wachsen..)


    Diese Saison probiere ich aber erstmal noch den "PO4-Senkungs-Pfad". Die Sache mit dem UV-Blocker könnte ich auch mal ausprobieren, wobei ich aus 2 Gründen zögere: 1) mag ich mein leicht grünlich, extrem klares Wasser (logisch, ein weiterer Algen-Pluspunkt...). Bleibt es mit dem Blocker wirklich klar und wird "nur" etwas bräunlich..? 2) da meine Algen vorwiegend im beschriebenen Flachwasserbereich wachsen, dürfte die Wirkung des UV-Blockers nicht so hoch sein, oder? In meinem 1 bis 1,80m tiefen Schwimmbereich wachsen so gut wie keine Algen, die treiben nur dahin. Bei Unterwasserpflanzen habe ich eher an sowas wie Hornkraut und Wasserpest gedacht (wobei mir der Name Angst macht..), was sich mit UV-Blocker dann weniger gut vertragen würde. Bisher wächst bei mir nur Schilf, das dürfte vom UV-Blocker ja unbeeindruckt sein...

  • Ich hatte letztes Jahr vermehrt Fadenalgen im Flachwasser . Ursprung war anscheinend das Lochgestein das ich Monate davor als Wasserfall und deko eingebracht habe . Die Steine hab ich gleich im Frühjahr wieder entfernt und siehe da , dieses Jahr so gut wie keine Algen .

    Allerdings sind deine Wasserwerte Phosphat, Gh, Kh nicht so toll .

    Mit UV blocker , Beschattung.... bekämpft ihr nicht die Ursache. Ihr müsst euere Wasserwerte in Griff bekommen und nach denn eingebrachten Materialien schauen . Die Filterkette sollte natürlich auch passen .

  • Bei uns gab es diese Saison nach der anhaltenden und ausgiebigen Regenphase im kalten Frühjahr auch eine Fadenalgenexplosion.

    Phosphat war nicht erhöht, dafür pH, KH und GH zu niedrig, außerdem etwas Nitrat. Wassertemperatur unter 10 Grad. Wir hatten im kompletten Schwimmbereich ein wirklich interessantes Netz aus Fadenalgen. Unser Naturpool ist ein Zweitopfsystem mit Sumpfbecken (das nur zur Info).

    Das einzige, was ich ins Wasser habe war der KH+ Stabilisator aus dem Shop. Damit haben sich pH, KH und GH stabilisiert. Dann bei höherer Wassertemperatur (ca. 2 Wochen später) die Starterbakterien rein und gut war es. Die Algen haben wir herausgeholt. Nun ist wieder alles ok. Die anderen Mittelchen, die ich zur weiteren Behandlung bestellt habe, waren gar nicht notwendig.

    Was ich damit sagen will ist, dass es nicht immer nur das Phosphat ist, auch die anderen Wasserwerte (wie Landwirt schon schreibt) können ein Algenwachstum begünstigen und Fadenalgen wachsen auch bei niedrigen Temperaturen. Meine Überlegung ist es, für die nächste wochenlange Regenphase frühzeitig die Wasserwerte zu kontrollieren und gegenzusteuern, bevor es zum Algenwachstum kommt.

    Wünsch dir weiterhin viel Erfolg, euer Algenproblem in den Griff zu bekommen!

    Jedes Ding hat 3 Seiten. Eine positive, eine negative und eine komische.

  • Landwirt: nichts würde ich lieber, als meine Wasserwerte "in Ordnung" zu bekommen und auf Maßnahmen wie Beschattung, Teichumbau und Mittelgabe zu verzichten. Deshalb ist mein erster Ansatz ja, das PO4 rauszubekommen. Das Reinkommen kann ich vermutlich nicht verhindern - zum Nachfüllen hab ich nix anderes als mein mit 0,11 ppm belastetes Stadtwasser (hoffentlich durch gleichzeitige Polymerbeigabe bei automatischer Nachfüllung gemildert). Klar ich könnte mir einen Brunnen bohren, aber der dürfte (Landwirtschaft ringsum) nicht weniger PO4-belastetes Wasser führen. Unbekannte: mein Kies (den sollte ich tatsächlich mal auf PO4-Ausschwitzung testen, Ralf hatte da ja mal irgendwo eine Anleitung gegeben), sowie Regenwasser (falls hier ein Chemiker mitliest: wie kommt das da eigentlich rein? Doch höchstens, wenn die Niederschläge staubförmig herumfliegendes Phosphat aus der Luft waschen, oder?). Aber weder würde ich den vorhandenen Kies ausbaggern wollen noch kann ich verhindern, dass es reinregnet :-) Aber einen stärkeren Fokus auf KH und GH zu legen, ist nochmal ein guter Hinweis denke ich. Normalerweise müsste ich mit unserem harten Stadtwasser gut bedient sein, aber das wurde ja dies Frühjahr kaum gebraucht. Merkwürdig noch: im ersten Jahr (vor 2 Jahren) hatte ich ganz viele kleine Schnecken an den Wänden kleben. Toll dachte ich, die scheinen die Wände toll sauber zu fressen. Allerdings waren die irgendwann weg und sind seitdem nicht wiedergekommen (vielleicht mochten sie den Phosphatbinder nicht..). Am Boden und an den Wänden habe ich eine gräulich-kalkige Schicht, die an die Ablagerung im Wasserkocher erinnert (blättert ab, wenn der Robby drüber fährt). Also wenn schon soviel Kalk im Wasser ist, dass es sich ablagert - warum sind dann KH/GH so niedrig? Als Maßnahme habe ich jetzt erstmal die unzerkleinerten Austernschalen durch Muschelgrit ersetzt. Wenn sich bei der nächsten Messung bei KH/GH nichts getan hat, gehe ich nochmal bei Ralf shoppen.


    Kleeteufel: Danke für deine Wünsche! Wäre echt super, wenn das Wachstum soweit in den Griff kriegen zu kriegen wäre, dass der Pflegeaufwand vertretbar wird. Gänzlich algenfrei werde ich's selbst mit besseren Wasserwerten ohne Umbau (Sonnensegel, Flachwasser weg) nicht hinbekommen - dazu sind die Zuchtbedingungen einfach zu ideal (Null Schatten, Flachwasserzone mit durchströmtem Kies), aber das muss ja auch nicht. Nur solange die Jungs lieber Frösche fangen als beim Keschern zu helfen, ist mir der aktuelle Aufwand einfach zu hoch...

  • Olympiastadion-München-artige Bespannung mit Sonnensegeln. Mag ich eigentlich aus drei Gründen nicht: 1) Optik, 2) zusätzliche ca. 15min für die ohnehin schon recht aufwändige Unwetter-Routine, 3) eigentlich mag ich es, dass der Teich sich bei Sonne schnell aufheizt - so können die "Eisbader" schon Ostern bei 15 Grad reingehen und bei >26 Grad dann auch meine Frau.. (und meine Algen scheinen kälteunempfindlich zu sein - gefühlt fangen die schon unter der Eisdecke an zu wachsen..)

    ...

    Die Sache mit dem UV-Blocker könnte ich auch mal ausprobieren, wobei ich aus 2 Gründen zögere: 1) mag ich mein leicht grünlich, extrem klares Wasser (logisch, ein weiterer Algen-Pluspunkt...). Bleibt es mit dem Blocker wirklich klar und wird "nur" etwas bräunlich..? 2) da meine Algen vorwiegend im beschriebenen Flachwasserbereich wachsen, dürfte die Wirkung des UV-Blockers nicht so hoch sein, oder? In meinem 1 bis 1,80m tiefen Schwimmbereich wachsen so gut wie keine Algen, die treiben nur dahin. Bei Unterwasserpflanzen habe ich eher an sowas wie Hornkraut und Wasserpest gedacht (wobei mir der Name Angst macht..), was sich mit UV-Blocker dann weniger gut vertragen würde. Bisher wächst bei mir nur Schilf, das dürfte vom UV-Blocker ja unbeeindruckt sein...

    Optik ist Geschmacksache... und ja, so besonders toll sieht es nicht aus, aber sooo schlimm jetzt auch wieder nicht.

    Du schreibst von einer Unwetter-Routine (?) ... - ich mache gar nichts, Unwetter hin oder her! Die Sonnensegel haben bisher jedem Sturm standgehalten (gerade letzte Nacht hat es hier wieder ziemlich gepustet...). Auf- und Abbau des ganzen Geraffels dauert zu zweit keine halbe Stunde, wird aber lediglich am Sommeranfang aufgebaut und zum Sommerende wieder abgebaut! Zur "kalten" Jahreszeit sind also keine Segel da. Gebadet wird bei uns das ganze Jahr über - wenn es sein muss, auch mit der Axt, um erstmal ein Loch in das Eis zu schlagen! Allerdings geht man dann nur kurz die Treppe runter und gleich wieder raus...


    Ja, der UV-Blocker lässt das Wasser leicht bräunlich wirken, wobei ich nicht sagen kann, ob das Wasser selbst einen Braunstich bekommt, oder ob das nur so aussieht, weil alles andere unter Wasser bräunlich wird (Mulm, Pflanzenteile, Wandbeläge, ...) - es bleibt jedoch glasklar! Und jemand, der den vorher/nachher Vergleich nicht hat, wird es nicht einmal bemerken.

    Bei uns hat der Blocker im Flachwasser sogar besser gewirkt als im Tiefwasser, was aber wohl eher damit zu tun hat, dass ich den Beutel mit dem UV-Blocker-Substrat in den (Trommel-)Filter gehängt habe und damit der Wirkstoff (durch die Verteilerrohre) direkt in den Flachwasserbereich gelangt ist, während der Tiefwasserbereich eher schlecht durchströmt wird.


    Hornkraut und Wasserpest kannst du probieren, das alleine wird aber nicht die Algen beseitigen. Eher anders herum, beim Beseitigen der Algen wirst du deine Pflanzen zwangsweise mitentsorgen, weil man Fadenalgen und Pflanzen nicht voneinander trennen kann... . Ich habe es mal probiert, aus dem Algenschlamm nach dem Absaugen/Rauskeschern die Schwimmpflanzen wieder rauszusammeln und einzeln zu säubern... - ich sage da nur: Sisyphus!


    Und wie Kleeteufel auch geschrieben hat, die Wasserwerte müssen passen! Sonst bringt das alles nichts.

  • ... - ich mache gar nichts, Unwetter hin oder her! Die Sonnensegel haben bisher jedem Sturm standgehalten (gerade letzte Nacht hat es hier wieder ziemlich gepustet...). Auf- und Abbau des ganzen Geraffels dauert zu zweit keine halbe Stunde, wird aber lediglich am Sommeranfang aufgebaut und zum Sommerende wieder abgebaut! Zur "kalten" Jahreszeit sind also keine Segel da.

    Muss mich (leider) selbst verbessern... . Gestern im Sturm ist an einem 4 mm Stahlseil die Kausche aufgebrochen und das daraufhin herumschlagende Sonnensegel hat sich dann am Gartenzaun aufgerissen. Jetzt sind es also nur noch zwei ...

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