Phosphat im Nachfüllwasser binden

  • Hallo,
    ich habe seit neustem zuviel Phosphat in meinem Brunnenwasser 0,11µg/l.
    Hat jemand eine Idee wie ich das Phosphat im Nachfüllwasser binden kann? Brauche hier im Süden im Sommer ca. 5 -8 m³ in der Woche. Das Wasser erst in den Schwimmteich zu füllen und
    dann das Phosphat zu binden, erscheint mir etwas unsinnig.


    Gruß
    Wolfgang

  • Hallo Wolfgang,


    ich habe auch zuviel Phosphat im Füllwasser (ca. 0,04 bis 0,16mg/L).
    Hier habe ich bereits vor ein paar Jahren den Phosphatadsorber hier aus dem Shop im Bypass
    probiert. Aber da wird eine langsame Durchströmung des Filters erfordert, die beim Nachfüllen
    i.d.R. nicht gegeben ist.
    Aktuell habe ich nun den Phosphat-Dosierer hier aus dem Shop dazwischen geschaltet,
    der soll dann für höhere Fließgeschwindigkeiten geeignet sein.
    M.E. ist dass aber Geldmacherei (sorry für die Wortwahl, aber sehe ich i.M. so), gerade auch mit diesen sehr teuren "Tabletten".
    Nachweise zur deutlichen Minderung sind im Laborversuch vorhanden, jedoch
    im Feldversuch, also in der Praxis wohl nicht. Ich denke bei ca. 5-8 m³ je Woche wirst
    du das Problem so nicht im Griff bekommen.


    Ich habe jedoch auch noch keine Lösung dazu.


    Gruß Teich2001

  • Hallo,
    den Vorwurf der Geldmacherei möchte ich nicht auf mir sitzen lassen. Es ist mir aber nicht immer möglich, sofort einen größer angelegten Test zu machen. Die äusseren Bedingungen müssen ja auch stimmen.
    Jetzt war genug Wasser verdunstet, dass ich 10 % des Teichvolumens nachfüllen musste. Das Teichwasser hatte vor dem Befüllen keine messbare Phosphatbelastung (gemessen 0,01 mg PO4)
    Es wurden 9 m³ Leitungswasser über den Schlauchdosierer zugeführt, ca. 1,5 m³ pro Stunde. Das Füllwasser hatte eine Belastung von 0,16 mg PO4. Eine neue Messung nach einer Wirkungsdauer von ca. 12 Stunden ergab wiederum keine messbare Phosphatbelastung (gemessen 0,01 mg PO4). Eine Beeinträchtigung z.B. Trübung oder verstärktes Fadenalgenwachstum war nicht festzustellen.


    Trotz des niedrigen Phosphatgehaltes gibt es in meinem Teich weiterhin Fadenalgen, wenn auch nicht im Übermaß. Da ich auch einige Kois und Bitterlinge eingesetzt habe (macht einfach mehr Spaß mit den Fischen) spielt sicher auch das Futtern und die daraus resultierenden organischen Abfallprodukte eine Rolle. Man bemerkt aber kaum ein Wachstum, sodass ich nur alle drei Wochen einmal für 30 Minuten den Kescher bemühen muss. Alle 2 Monate gehe ich mit dem Teichsauger durch.


    Gruß
    Ralf Glenk

  • Hallo Ralf,
    sorry wenn du dich direkt angesprochen fühlst. Aber ich denke, du vertreibst "nur" den Schlauchdosierer. Meine Meinung ging da eher an den Hersteller der Tabletten.
    Wenn ich deine Berechnung richtig verstehe:
    81.000 Liter = 0,01mg/L x 81.000 Liter = 810 mg PO4 im Teich
    9.000 Liter nachgefüllt mit 0,16 mg/l = 1.440 mg PO4 nachgefüllt
    macht in Summe 2.250 mg im Teich, bei 90.000 Liter (gut durchgemischt vorausgesetzt) sind das 0,025 mg/L PO4


    Das Phosphatmessgerät hat m.E. aber schon Schwankungen, so dass man nicht genau feststellen kann,
    ob 0,01 oder 0,025 mg/L PO4 vorliegen.
    Als Nachweis der Wirkung der Tabletten würde ich das aber noch nicht ansehen.
    Bin aber gerne für weitere Empfehlungen zur Minimierung des PO4 im Füllwasser dankbar.


    Gruß Teich2001

  • Hallo Teich 2001,
    so ganz kann ich deine Einlassung nicht nachvollziehen. Einerseits bemängelst du das Fehlen eines praktischen Nachweises im Feldversuch, dann zweifelst du das Ergebnis auf Grund theoretischer Berechnungen an. Zwar haben wir ein Laborphotometer benutzt , aber natürlich kann man nicht ganz ausschliessen, dass der Messwert durch eine Fehlertoleranz verfälscht wird.
    Welche Vorgehensweise wäre in deinen Augen akzeptabel?


    Ich selber bin der Meinung, dass man nur unter den einflussfreien Bedingungen eins Labortests eine gesicherte Aussage machen kann. Im Freiland verändern sich die Bedingungen ständig. Phosphate werden durch Regen eingebracht oder gehen durch absterben organischen Materials in Rücklösung. Dann spielt die Strömungsverteilung eine Rolle. In größeren Teiche gibt es Zonen mit höherer Nährstoffkonzentration, was man gut an der unterschiedlichen Algenbildung beobachten kann. Deshalb sehe ich den Feldversuch als Ergänzung, aber nicht als Grundlage einer Beurteilung. Nach der Auswertung beider Versuche bin ich nach wie vor von der Wirksamkeit der Phosphatbinder-Tabletten überzeugt. Der Importeur verzeichnet eine deutlich steigende Nachfrage, sodass ich davon ausgehe, dass dies auf positiven Erfahrungen zurückzuführen ist.
    Gruß
    Ralf Glenk

  • Hallo Wolfgang,
    wenn man die Tabletten nur für das Nachfüllwasser benutzt, dann aus dem Schlauchdosierer entnimmt und trocken lagert, würde ich nach jetzigem Erkenntnisstand schätzen, dass die Tablette mehrere Jahre hält. Bringt man die Tablette in einem gut durchströmten Bereich dauerhaft im Wasser unter, konnte ich auch nach 2-3 Monaten nur eine teilweise Auflösung feststellen.


    Gruß
    Ralf Glenk

  • Hier habe ich bereits vor ein paar Jahren den Phosphatadsorber hier aus dem Shop im Bypass
    probiert. Aber da wird eine langsame Durchströmung des Filters erfordert, die beim Nachfüllen
    i.d.R. nicht gegeben ist.


    Hallo,
    ich habe auch gerade den Phosphatfilter hier aus dem Shop als sekundären Filterkreislauf mit einer analog regelbaren Pumpe (ca. 300l/h im Moment) installiert. Der Phosphat reduzierende Kreislauf wird wahlweise gespeist durch die Filterkammer oder durch Leitungswasser, falls nachgefüllt werden muß. Im Moment würde ich den Durchfluss beim Nachfüllen einfach messen können, weil das phosphatreduzierte Wasser provisorisch mit einem Gartenschlauch zurück in den Teichgeführt wird. Im Winter will ich mir eventuell einen Durchflusscontroller bauen, an dem ich einstellen kann, wieviel Wasser in welchem Zeitraum zugeführt werden soll. Mit meinen 115cbm Wasser habe ich eher wenig Nachfüllbedarf. Seit Inbetriebnahme vor 4 Wochen musste ich noch nie nachfüllen, obwohl es nur 1x ernsthaft geregnet hat. Allerdings liegt der Phosphatgehalt des Nachfüllwassers bei 0,4 mg/l, so dass ich auf jeden Fall vor dem Nachfüllen filtern muß.
    Was ich eigentlich schreiben will: Nachfüllen ist doch keine so eilige Angelegenheit, oder?. Bei 300l/h Nachfüllwasser kommen doch auch über 7cbm in 24 Std. zusammen´...

  • Hallo,


    ich habe davon ehrlich gesagt heute zum ersten Mal etwas davon gehört. Kann mir jemand vielleicht ganz kurz erläutern, welche Wirkungen damit erzielt werden bzw. welchen Sinn dieser Vorgang hat?

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