Beton und Mörtel im Schwimmteich

  • Wir haben vor, im Frühjahr einen ST ca. 14 x 14 m , 2,4 m tief zu bauen. Dazu ergeben sich folgende Fragen zu Erfahrungswerten:
    Den Boden des Schwimmbereiches wollen wir mit einer Betonschicht ausführen, damit er besser abgesaugt werden kann.
    Die Wände, um vom Schwimm- in den Regenerationsbereich zu kommen, wollen wir mit runden Steinen (weiße) aus einem Fluß und Mörtel aufmauern. Dadurch wird die Folie abgedeckt und, so denken wir, ist eine Reinigung leichter möglich. Wir sahen einen Teich (bei AQUAVIVA Teiche 40-100m² auf der 2. Seite das mit dem runden Wasserfall links vorne), der so ähnlich ausgeführt ist.
    Wer hat Erfahrungen mit Mörtel und Beton unter Wasser, gibts dabei chemische Probleme?
    Ich habe gelesen, das kein Eisen verwendet werden darf, den das schadet dem Wasser.
    Wir bedanken uns schon im Voraus für eure Unterstützung,
    Sabine und Erwin

  • Hallo


    Bei Beton im oder am Wasser nur Trass-Zement verwenden (4-6facher Preis/Sack). Der ist wasserfest und gibt keine Stoffe ans Wasser ab.
    Für die Bewährung würden Estrich-Gitter gehen. Oder ihr fragt in einem Beton-forum bzw. in der Beton-Industrie nach.


    Viel Erfolg beim Bau


    Andreas :wink:

  • Hallo Ihr Beiden,


    ich kann Andreas da nur zustimmen. Ich selber habe im vergangenen Jahr einen Schwimmteich selber gebaut. Dabei waren sehr viele Betonarbeiten unter Wasser nötig. Insgesamt habe ich 72 Sack Trasszement verbraucht, u.a. für Mauern und Fundamente, welche im Wasser liegen. Es gab keinerlei Probleme mit Ausblühungen.
    Bei uns lag der Preis für einen Sack bei ca. 4 Euro zzgl. MwSt..


    Anschauen könnt Ihr Euch das ganze bei mir auf der Homepage (http://www.schwimmteich-soest.de).



    Gruss,



    Björn Fiedler.

  • Hallo,
    Auch wenn du Trasszement verwendest, wirst du auf jeden Fall ein hartes Wasser kriegen (PH 8,3), was vollkomen ok ist. Viele Teichbauer geben extra Kalk in das Substrat um das Wasser zu Puffern. Wenn zuviel Kalk und eine hohe biologische aktivität vorhanden ist, kann es zu einer biogenen Entkalkung führen (ablagerung auf Pflanzen und Wänden, kann auch schonmal eine Tauchpumpe kaputt machen).


    Zu den Steinen: Ich würde keine weißen Steine in einem Schwimmteich verwenden, erst recht nicht wenn sie der Pflegeerleichterung dienen sollen.


    Interrassant wäre die Oberfläche bzw die Gesteinsart?


    Am einfachsten zu reinigen ist auf jedenfall die blanke Folie (bitte keine weiße).


    Viel Erfolg
    Jan

  • Hello


    Auch wir planen einen Schwimmteich. Meine Frage: Was spricht dagegen das die Folie sichtbar ist? Optische oder Folientechnische Gründe?


    mfg


    bogi

  • Im Schwimmbereich spricht überhaupt nichts dagegen, es ist die übliche bauweise. Im Regenerationsbereich ist die Folie natürlich nicht zu sehen. Eine Folie in einem Grünton macht ausserdem eine sehr schöne "Farbe" des Wassers. Zu bedenken ist nur je heller desto mehr Ablagerungen sieht man.

  • Vielen Dank für die Beiträge.
    Die Steine die wir verwenden werden, sind aus einem Fluß und rund. Durch ihre helle Farbe erscheint der Fluß türkis, den selben Effekt wollen wir im Teich erzielen. Eine grüne Folie haben wir bei Freunden gesehen, entspricht nicht so unseren Vorstellungen. Die schwarze Folie gefällt uns nicht, so die Idee vom Mauern. Dadurch erhoffen wir uns natürlich auch einen optischen Gewinn, den die Wand aus dem Schwimmbereich geht direkt in die Flachwasserzone über, sodass die Wände nicht mehr wie ein überfluteter Keller wirken.
    Mal sehen wie es wird. Eisen darf man nícht verwenden, da der Rost im Falle von Sprüngen im Beton das Wasser zu stark belasten würde. Ist auch nicht notwendig, den der Boden ist im frostfreien Bereich und keiner Verformung ausgesetzt. Kleine Risse sind auch nicht störend.
    Erwin

  • Hallo zusammen
    Das mit dem Eisen sehe ich nicht so.
    Wenn ihr mal nachschaut wieviel Eisen Naturagart in ihrem Tauchpark verwendet haben, dann kann ich mir nicht vortsellen das Eisen dem Wasser schadet.
    Grüsse Diamantstör

  • [quote="Was spricht dagegen das die Folie sichtbar ist? Optische oder Folientechnische Gründe?[/quote]



    Hallo
    Warum muß man eigentlich überhaupt einen Folienteich mit Holz oder Steinen künstlich noch "verschönern"....
    Das macht die Natur doch von alleine....
    Feinste Sedimentablagerungen lassen auch einen Folienteich spätestens nach einem Jahr sehr natürlich erscheinen, es bildet sich eine gut aussehende Schicht auf der Folie, die alle teuren Baumaßnahmen erübrigt....
    Tauchlandschaften sind für die wenigsten Badeteichbesitzer von Interesse, eine Reinigung des Teichgrundes wird allemal erschwert.
    Gerade im Randbereich ist es völlig egal welches Steinmaterial eingebracht wird. Die Biologie des Teiches läßt alles Material mit der Zeit gleich aussehen....
    Rheinkies oder Weserkies oder "weißer Marmorkies", egal alles wird von der Wasserflora und -fauna uberzogen und sieht im Endeffekt gleich aus.
    Dies sollte bedacht werden.
    Sollten doch Steine unter Wasser vermauert werden ist es in jedem Fall empfehlenswert Trasszement zu verwenden.
    Gruß
    Reinhard

  • Zitat von "Andreas H."

    Bei Beton im oder am Wasser nur Trass-Zement verwenden (4-6facher Preis/Sack). Der ist wasserfest und gibt keine Stoffe ans Wasser ab.Andreas :wink:


    Also ich habe zwischen Klär- und Schwimmbereich einen Wall geformt, auf dem ich auf der Folie eine 40cm breite Schicht aus Polygonalplatten verlegt habe. Mit einem ganz normalem 1:3:3 Zement-Sand-Kies (2-8mm)-Gemisch und einem verzinkten Estrichgitter in der Mitte der ca 5cm dicken Betonschicht, im Fall es sollte doch einmal etwas reißen wollen.
    Trotz der insgesamt im Teich verbauten 50 Sack Zement, gibt es bisher keinerlei Ausblühungen (im 3. Schwimmteich-Jahr).


    Und normaler Portland-Zement ist auf jeden Fall auch "wasserfest", es werden ja schließlich Brückenpfeiler in Flüssen daraus gebaut. Und da darf der Zement seine Bestandteile auch nicht ans Wasser abgeben... :wink:


    Also mein Tipp: Geld sparen und für den 25kg-Sack Zement 1,49 EUR bezahlen statt den teuren Trass-Zement.

  • Hallo Forengemeinde,


    mein erster Beitrag hier im Forum .


    Vorweg möchte ich mich zunächst bedanken für die tollen und hilfreichen Tips und Beiträge welche mir bei der Planung sehr geholfen haben bzw. mich auch sinniger weise zeitweilig zum grübeln gebracht haben.


    Ich schreibe mal meinen ersten Beitrag hier rein weil er aus meiner Sicht hier rein paßt und ich nicht extra einen neuen Thread eröffnen wollte.


    Ich plane also seit 14 Monaten meinen kleinen Schwimmteich welcher aber wohl eher als Naturpool zu bezeichnen ist.
    Aufgrund unseres sehr kleinen Gartens und der topographischen Gegebenheiten komme ich nicht umher einen "Zweikammer-Schwimmteich" bzw. Naturpool zu bauen.


    Ich habe sehr nahe an der GOK Grundwasser stehen (ca. 0,8 m unter GOK).


    Da die Gegebenheiten nicht mehr hergeben wird der Schwimmbereich poolähnlich ausgeführt mit 9 m länge,2,5 m breite und 1,7 m tiefe.
    Die Klär bzw. Regenerationszone liegt unterhalb und soll mittels Überlauf beschickt werden.
    Die Klärzone soll ca. 6m x 5m Grundfläche aufweisen und 0,8-1 m tief sein.


    Dies nur um einmal grob meine Situation zu beschreiben.


    Meine Frage aber zielt auf den Schwimmbereich ab.
    Dieser soll und muß wegen dem Gelände massiv ausgeführt werden.
    Hier stellt sich mir jetzt die Frage ob ich einen Pool mauer mit innenliegender Folie (verschweißt) oder einen Pool in Sichtbeton ausführe.
    Mir sind die Probleme zumindest zum teil bekannt mit dem Kalk bzw. hohen PH Wert.
    Ich muß dazu sagen das ich gelernter Stahlbetonbauer sowie Maurer bin bzw. war und der Massivbau gewissermaßen mein zuhause dastellt-obwohl ich in einer anderen Branche meine Brötchen verdiene.


    Bei der Folie sehe ich keinen gravierenden finanziellen Vorteil wenn ich sie fachgerecht einschweißen lasse.
    Ich habe mal grob durchgerechnet und komme dabei inkl. Wandaufbau,Folie,Verschweißen inkl. Anfahrt ,Randbleche,Durchführungen ,etc. auf 42-50 Euro je m² je nach Qualität der Folie.
    Beim Sichtbetonbecken (Weisse Wanne)komme ich auf 56 Euro je m².
    AUsführung als Hohlwandsystem mit Ortbetonvergießung.
    Das käme einem Preisunterschied von ca. 10 Euro gleich was bei meinem Schwimmbereich ca. 370 Euro ausmacht.
    Ist nicht gerade wenig aber letztenendes OK weil für mich bis hierhin die Argumente auch eher für Beton sprechen.


    Folgende Argumente für und gegen Beton bzw. Folie:


    Beton:
    + Problemlos mit harter Bürste zu reinigen.
    +leichte Integrieren von Einbauteilen (Düsen,Treppe,Skimmer,etc)
    +Dauerhaft -kaum bzw. wenig Verschleiß
    +dauerhafte Dichtigkeit
    +Unempfindlich gegen Störstoffe
    +In meinem Fall selbst ausführbar
    +Kein Kondensatproblem unter Folie


    -Preis
    -Arbeitsaufwändig
    -PH Wert ?
    -Leicht bzw. marginal porige Oberfläche


    ----------------------------------------------------


    Folie:
    +Schnell eingebaut
    +Kosten
    +Glatte Oberfläche
    +Farbgestaltung individuell möglich
    +Flexibel-dehnbar


    -Fremdfirma muß schweißen erledigen
    -Jedes Einbauteil kostet einiges extra(Treppe,Wanddurchführung,etc.)
    -Verschleiß-Alterung
    -Kondensat ?
    -Störstoffempfindlich



    Mehr fällt mir hier gerade nicht ein.
    Evtl. kann mir ja noch jemand ein paar Argumente liefern für(gegen) Beton oder Folie.



    Nun aber meine eigentliche Frage zum Beton:
    Ich kann ihn Erstellen ,kenne auch die Betongüte ,bin mir aber nicht sicher wie ich mit ihm umgehe wenn ich das Becken befülle.
    Viele sprechen davon das man zuerst abwarten muß bis der Beton neutralisiert ist.
    Zu Beginn sorgen ja chemische Reaktionen für einen übermäßig hohen PH Wert und es lösen sich feinstpartikel von der Oberfläche.
    Dies kann zum biologischen Stillstand führen und die feinstanteile sammeln sich in der Klärzone bzw. der Technik.
    Meine Gedanke ist das Becken einmal vollständig zu füllen was ja auch positiv ist für das Abbindeverhalten des Beton und mittels einer simplen Tauchpumpe das Wasser 2-4 Wochen intern zirkulieren zu lassen bis der PH Wert stabil ist bzw. abnimmt.
    Dann würde ich das Wasser wieder ablassen und mit der eigentlichen Befüllung beginnen.


    Ich hoffe ihr könnt mir folgen.
    Hat jemand von euch ähnliches bereits gemacht oder bereits einen Schwimmteich/Naturpool aus Sichtbeton ?


    Ich würde mich sehr über Hinweise oder NAregungen freuen.


    Noch eines:
    Großes Lob an Herrn Glenk und seinen "Kollegen" für die immer ruhigen, tollen und hilfsbereiten Antworten.
    Das Forum ist so in seiner Wirkung ein ganz besonderes in der gesamten Wasser und Teichbranche.


    freundliche Grüße
    Hartmut


    Edith:
    Ich sollte evtl. noch erwähnen bevor das Thema aufkommt das mir klar ist das durch das Zweikammersystem dem Verdunstungsproblem durch eine externe Zisterne entgegengewirkt werden muß.
    Desweiteren ist der Einsatz der Tauchpumpe nur angedacht für den Zeitraum indem das Betonbecken abbindet.

  • Hallo Hartmut,


    willkommen im Forum!


    Du hast dir ja schon viele Gedanken gemacht... Ich habe auch einen Schimm-(Naturpool)teich aus Beton gebaut mit separatem Filterteich. Nur pumpe ich hoch in den Klärbereich und per Bachlauf/Überlauf wieder zurück in den Schwimmbereich.


    Sicher habe ich auch nicht schwierige Bedingungen wg. Grundwasser. Weswegen du wahrscheinlich das Betonbecken mehr von außen schützen musst...


    Als weitere Möglichkeit der Ausführung möchte ich dir noch das Artlake System hier von Ralf Glenk nahe legen, wenn ich Folie genommen hätte wäre das auch was für mich. Eine ausgesprochen kreative Gestaltung die mir sehr gut gefällt.
    Ich habe mich für eine Art Dichtschlämme entschieden, mit eingelegtem Glasfasergewebe. Die wiegt Nachteile von Kunststoffbeschichtungen und Beton auf: sie bleibt (wenn Kunststoffgebunden) in gewissem Rahmen flexibel, ist farblich gestaltbar, diffusionsoffen, keine Ausblühungen, sehr robuste Oberfläche....
    Ich weiß auch nicht, ob man Beton wirklich so dicht bekommt, ohne Risse über Jahre....
    Aber natürlich habe ich auch noch keine Langzeiterfahrungen.


    Zu den Problemen mit dem Ausblühen, Kalk etc. wäre es ratsam, die Wanne mehrmals zu spülen und das Wasser immer abzupumpen. Idealerweise regnets 2-3 Wochen. Das gleiche Problem haben diejenigen, die vermörteln, das wird nämlich meist mit Weisszement gemacht wg. der Färbung und nicht mit Trasszement.


    Viel Spaß noch bei deinem Projekt und viele Grüße, Thomas

    Beton-Schwimmteich - Selbstbau 2011

  • Hallo Thomas,


    vielen Dank für die Antwort.
    das Verfahren "Artlake" ist mir gerade auch ins Auge gefallen.
    Sehr tolle Sache.


    Desweiteren Kompliment zu deinem tollen Projekt.
    Hat mich auch sehr inspiriert.
    Vor allem deine Hartnäckigkeit die passende Beschichtung zu finden.


    Ich habe aktuell soviel Ideen aber das macht auch tierisch unentschlossen ;) .
    Langsam denke ich ich sollte erstmal baggern und schauen was mein Gelände noch zuläßt.
    Ich habe wirklich gaanz weng Platz-den aber möchte ich mit einer schönen Wasserwelt nutzen und gestalten.
    Also,ich bleibe solange der BAgger nicht da ist absolut offen für alles und muß denke ich noch manches mal drüber schlafen.


    Ich werde aber drüber berichten-evtl. eine Doku wie deine.


    Bis dahin alles Gute
    Hartmut


    PS:Wo im Münsterland kommst Du her ?
    Ich komme aus der nähe von Soest

  • Hallo Hartmut,


    ja, irgendwann muss man mal einfach anfangen zu baggern. Dann kann man immer noch alles umschmeißen :D


    Das ist nur blöd wenn die Grube immer voll Grundwasser steht. Ich habe gar kein Wasserproblem gehabt, alles Sand hier. Nur nach 1 Woche Dauerregen war eine Pfütze da.


    Im übrigen im Raum Rheine....


    Gruß, Thomas

    Beton-Schwimmteich - Selbstbau 2011

  • Hallo Thomas,


    da gebe ich dir absolut Recht.
    Das Konzept sollte schon stehen bevor ich bagger und natürlich auch das Konzept der Grundwasser und bei mir Böschungsproblematik.
    Stichwort Kapillarsperre-Oberflächenwasser und evtl. Schichtenwasser.


    Ich habe mich nun vom Artlake-Prinzip infizieren lassen was bei mir einiges über den Haufen wirft.


    Desweiteren gefällt mir das Eintopfprinzip und speziell der Teich von Ralf Glenk(Artlake-Schwimmteich) derart gut das ich überlege ob ich das nicht ansatzweise doch bei mir umsetzen kann.
    Natürlich muß ich zunächst die Böschung entsprechend abfangen und eine Wasserableitung ,z.B. via Schacht und Drainage konzipieren.
    Ein Schwimmteich vom Typ 3 wäre mir sehr genehm :)


    Damit es nicht weiter Richtung off topic geht beende hier meine Ausschweifung.
    Ich denke ich sollte wirklich auch eine Baudoku machen inkl. Grundwasser und Hangproblematik.
    Dies sollte ja ähnlich wie in der Planungshilfe mit erfaßt werden weil es nunmal leider auch zum Bau eines Schwimmteichs dazu gehören kann.


    Gruß
    Hartmut

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